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Rentabilität in der Geflügelproduktion: Fünf Tipps zur Steigerung der Futtereffizienz.

Veröffentlicht am: June 22, 2023
Autor: Biochem Team
Zeit: 7 min read
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Die Futtereffizienz ist ein entscheidender Faktor für die Rentabilität und Nachhaltigkeit der Geflügelproduktion. Die Verbesserungen dieser Kennzahl in den vergangenen 50 Jahren waren beachtlich – im Wesentlichen zurückzuführen auf genetische Selektion, Ernährungsstrategien und Haltungspraktiken.

Das bedeutet: geringeren Futtermitteleinsatz, niedrigere Produktionskosten und geringere Umweltbelastung. Jedoch gibt es noch Optimierungspotenzial, um die Futtereffizienz zu verbessern, gleichzeitig die Futterkosten zu senken und die Auswirkungen der Geflügelproduktion auf die Umwelt zu verringern.

1) Vitamine.

Vitamine machen einen kleinen Teil der Futterkosten aus, sind aber essenziell für optimales Wachstum, Gesundheit, Futtereffizienz und Fortpflanzungsfähigkeit. Die in den Rohstoffen natürlich vorkommende Vitamine schwanken erheblich und genügen selten den modernen Produktionsanforderungen.

Geflügelfutter wird seit jeher mit Vitaminen ergänzt – in dem Wissen, dass einige Vitamine in den Rohstoffen nur unzureichend vorhanden sind und einige bei der Herstellung und Lagerung verloren gehen. Da die Kosten dieser Nährstoffe stets relativ niedrig waren, war es kein allzu großes Problem, Vitamine großzügig zu supplementieren.

Heute ist das jedoch nicht mehr so einfach. Vitamine werden immer teurer. Auch wissen wir heute besser, wie wir empfindliche Vitamine besser schützen können. Die Vitaminempfehlungen für Geflügel basieren auf Studien, die über 30 Jahre alt und veraltet sind.

Dies kann zu einem Vitaminmangel führen. Es ist ein schleichender Prozess, der schwer festzustellen ist, da er eine suboptimale Leistung in puncto Wachstum, Futtereffizienz oder Eiproduktion verursachen kann – Einbußen, die häufig anderen Faktoren zugeschrieben werden, wie beispielsweise schlechten Haltungsbedingungen, Darmproblemen oder Stress.

2) Spurenelemente.

Wie bei Vitaminen sind auch bei Spurenelementen die Kenntnisse über den genauen Bedarf an Spurenelementen bei modernem Geflügel begrenzt. Jüngste Forschungsergebnisse zu Spurenelementen zeigen, dass die aktuellen Empfehlungen für modernes Geflügel ungeeignet sind, aber die Supplementierung mit Spurenelementen den wirtschaftlichen Ertrag steigern kann – insbesondere in Betrieben mit hoher Besatzdichte.

Spurenelemente werden im Geflügelfutter häufig in Form von anorganischen Spurenelementen (Sulfate oder Oxide) überdosiert. Das liegt an den vergleichsweisen niedrigen Kosten, der großen Sicherheitsspanne und der Kompensierung der geringen Bioverfügbarkeit. Diese Praxis führt häufig zu einer vermehrten Ausscheidung von Mineralstoffen und kann eine Umweltkontamination verursachen. Als Lösung haben sich organisch gebundene Spurenelemente herauskristallisiert.

In organisch gebundener Form verbessert sich die Bioverfügbarkeit und Aufnahme der Spurenelemente bei gleichzeitig reduzierter Ausscheidung und höherer Leistung. Mehrere Studien haben gezeigt, dass der Ersatz anorganischer Spurenelemente durch organische Spurenelemente die Futtereffizienz verbessert, und zwar unabhängig von der Dosierung und Art des getesteten organischen Spurenelements.

Und: Sie können mit weniger mehr erreichen! Mit einer geringeren Konzentration organischer Spurenelemente – bis zu 50 Prozent weniger – erzielen Sie u. U. ein ähnliches Wachstum und eine ähnliche Leistung wie mit 100 Prozent der empfohlenen Menge anorganischer Spurenelemente.

3) Enzyme.

Enzyme zerlegen komplexe in einfachere Moleküle und dienen zur Verbesserung der Verdaulichkeit und Verfügbarkeit von im Futter enthaltenen Nährstoffen. Enzyme lassen sich grob in mikrobielle Phytasen für den Phytatabbau, Multi-Carbohydrasen für viskose Getreidearten wie Weizen, Roggen und Gerste, Xylanasen für nicht-viskoses Getreide wie Mais und Sorghum sowie Proteasen zur Unterstützung der Proteinverdaulichkeit einteilen.

Letztendlich richtet sich die Wahl des Enzyms nach dem verfügbaren Substrat, das mit dem Einsatz von Nebenprodukten in der Geflügelfütterung zunimmt. Da die im Futter enthaltenen Nährstoffe jedoch strukturell komplex sind, sollten eher Enzymcocktails als einzelne Enzyme in Betracht gezogen werden. Die Verwendung von Enzym-Kombinationen führt zu einer besseren Futtereffizienz, da sie die Verdaulichkeit von Makronährstoffen erhöht und eine flexible Handhabung in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der verschiedenen Rationsbestandteile ermöglicht.

4) Probiotika.

Längst ist bekannt, dass der Schlüssel zur Steigerung der Futtereffizienz beim Tier ein gut funktionierender Darmtrakt ist. Darüber hinaus ist eine robuste Mikrobiota essenziell für einen gesunden Magen-Darm-Trakt. Schon seit Längerem werden daher nützliche Mikroorganismen eingesetzt, um die Darmgesundheit bei Nutztieren zu verbessern.

Probiotika haben multiple Wirkmechanismen – je nach Spezies und Stamm –, die allesamt dazu dienen, die Darmfunktion zu verbessern, die Mikrobiota in Balance zu halten und zur Reduzierung pathogener Mikroben beizutragen, was wiederum zu einer Steigerung der Futtereffizienz führt. Unter den zahlreichen probiotischen Spezies, die zur Förderung der Tiergesundheit eingesetzt werden, finden häufig die der Gattung Bacillus Anwendung – aufgrund ihres positiven Effekts auf die Tiergesundheit und das Tierwohl sowie ihrer Fähigkeit, hitzebeständige Sporen zu bilden.

Neben der Darmgesundheit können einige Bacillus-Stämme auch die Nährstoffverdaulichkeit verbessern. Durch die Produktion verschiedener Enzyme, die komplexe Nährstoffmoleküle zerlegen, und durch Verbesserung der Darmepithelstruktur, die Nährstoffaufnahme steigert, erhöhen diese nützlichen Mikroben die Futtereffizienz und senken die Produktionskosten.

5) Mykotoxine.

Mykotoxine finden sich weltweit in einem Großteil der Futtermittel. Aufgrund des von Mykotoxinen ausgehenden hohen Gesundheitsrisikos für Mensch und Tier haben die meisten Länder bzw. Regionen Grenzwerte für den zulässigen Mykotoxingehalt festgelegt. Im weltweiten Vergleich hat die Europäische Union die strengsten Vorschriften für den Mykotoxingehalt in Geflügelfutter.

Ungeachtet der strengen Regelungen wirkt sich eine langfristige Belastung mit geringen Mykotoxinmengen (d.h. unterhalb der EU-Grenzwerte) negativ auf die Futtereffizienz aus. Selbst Mykotoxinwerte, die scheinbar keinen Einfluss auf die Tiergesundheit haben, können diese Kennzahl verändern.

Inzwischen ist erwiesen, dass die bedeutendsten Mykotoxine das Wachstum der Tiere beeinträchtigen. Obwohl eine geringe Gewichtszunahme auf eine reduzierte Futteraufnahme zurückgeführt wird, gibt es eine Fülle von Belegen für eine indirekte Wirkung von Mykotoxinen auf die Nährstoffverdaulichkeit und -aufnahme. Mykotoxine beeinflussen die Nährstoff- und Energieverdaulichkeit negativ, verändern die Aktivität der Verdauungsenzyme, modifizieren die Morphologie des Darms und beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme. Angesichts der vielfältigen Auswirkungen von Mykotoxinen auf die Verdauung ist es plausibel, das geringere Wachstum auf Veränderungen in den Verdauungsprozessen und die Abnahme der Futtereffizienz zurückzuführen.

Bonus: Umwelt.

Die Zusammensetzung des Futters trägt maßgeblich zu einer besseren Futtereffizienz bei. Aber auch zahlreiche ernährungsunabhängige Faktoren können das Tierwohl und die Tiergesundheit fördern und die Futtereffizienz steigern.

Hierbei sind die Haltungsbedingungen ein wichtiger Faktor. Diese beeinflussen die physiologischen ebenso wie die Verhaltensweisen der Tiere – eine Wissenschaft für sich. Dazu gehören Temperatur, Beleuchtung, Besatz und Beschäftigung.

Licht ist ein starker exogener Faktor, der zahlreiche physiologische Vorgänge und Verhaltensprozesse steuert. Ein geeignetes Beleuchtungssystem, das die Quelle, Intensität, Dauer und Wellenlänge (Farbe) berücksichtigt, ist von entscheidender Bedeutung zur Optimierung von Wachstum, Leistung und Wohlbefinden des Geflügels.

Die Steuerung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in kommerzieller Geflügelhaltung steht in direktem Zusammenhang mit der Produktivität der Tiere – thermoneutrale Umgebungen maximieren die Leistung. Angesichts der gegenwärtigen klimatischen Veränderungen gewinnt dies zunehmend an Bedeutung. 

Die Futteraufnahme nimmt bekanntlich mit steigender Umgebungstemperatur ab, obwohl festgestellt wurde, dass der Rückgang der Gewichtszunahme größer ausfallen kann als der Rückgang der Futteraufnahme, was auf eine Abnahme der Futtereffizienz hinweist.

Dieser Sachverhalt wurde lange der Unfähigkeit schnell wachsender Tiere zur Abgabe metabolischer Wärme und den physiologischen Effekten der Überhitzung zugeschrieben. Ein ausgewogenes Konzept unter Berücksichtigung von Genetik, Ernährung und unterschiedlichen Managementstrategien könnte dieses Problem mildern.

Warum ist das wichtig?

Die Versorgung mit richtigen Nährstoffen ist entscheidend für die Verbesserung der Futtereffizienz bei Geflügel. Die Geflügelwirtschaft ist heute ganz anders – neue Rassen, Praktiken und Herausforderungen verlangen aktualisierte Fütterungssprogramme, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse erfordern eine Neubewertung der empfohlenen Nährstoffmengen. Die aktuellen Empfehlungen sind also für unsere modernen Hochleistungs-Geflügelrassen möglicherweise suboptimal und können zu Nährstoffmängeln führen. Eine Überprüfung der geltenden Standards für Vitamine und Spurenelemente kann sich – durch eine bessere Futtereffizienz auszahlen

Darüber hinaus kommen die Futterbestandteile heutzutage aus einer Vielzahl von Quellen. Die Notwendigkeit, die Produktionskosten niedrig zu halten, hat dazu geführt, dass weniger verdauliche, aber leicht verfügbare Futtermittel eingesetzt werden. Die Ergänzung des Futters mit Vitaminen, bioverfügbaren Spurenelementen, Probiotika, Enzym-Cocktails und Mykotoxinbindern wird demnach immer wichtiger, um die Futtereffizienz zu optimieren.

Selbst kleine Änderungen haben eine signifikante Auswirkung auf den Gewinn. Eine wirksame Strategie zur Reduzierung der Kontaminationsgrads (z.B. durch Mykotoxine) im Futter und zur Erhöhung der Futtereffizienz würde dazu beitragen, die Produktionskosten und Umweltemissionen zu senken.

Ist es an der Zeit, Ihre Futterrezeptur zu prüfen?

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