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36 h. Early Feeding - Schlüsselfaktoren für eine optimale Unterstützung der Küken.

Veröffentlicht am: June 30, 2020
Autor: Biochem Team
Zeit: 4 min read
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Das Thema „early feeding” ist zurzeit in aller Munde. Aber was genau bedeutet der Begriff? Das „frühe Füttern“ deckt mehr als nur den Zeitraum zwischen Schlupf und Einstallung ab. Ein qualitativ hochwertiges Futter wird in den ersten 5 – 7 Lebenstagen gegeben. Teil des Erfolgskonzeptes berücksichtigt dabei auch die Brüterei.

In der herkömmlichen Geflügelproduktion beginnt die Fütterung mit der Einstallung der Küken auf dem Betrieb. Ein Starterfutter wird zur freien Verfügung bereitgestellt. Der Stall sollte vor der Einstallung optimal auf die Ankunft der Tiere vorbereit sein, um einen guten Start in die Mast zu gewährleisten.

Aber wie wurden die Küken davor versorgt? Die Tiere können bis zu 60, teilweise auch bis zu 72, Stunden alt sein ehe sie Zugang zu Futter und Wasser im Stall haben. Der Zeitrahmen hängt auch vom Schlupffenster, der Verarbeitungszeit in der Brüterei und der Transportdauer ab.

Abbildung 1: Frisch geschlüpfte Küken brauchen besondere Fürsorge.

Ein guter Start sichert die Lebensleistung

Wir wissen, dass Eintagsküken besondere Aufmerksamkeit benötigen. Gelingt der Start in die Mastphase, können wir neben einer guten Leistung Folgendes erwarten:

  • Robuste Immunität

  • Hoher Gesundheitsstatus

  • Reduzierte Behandlungshäufigkeit

  • Verbesserte Wirtschaftlichkeit

Die negativen Auswirkungen einer langen Fastenzeit nach dem Schlupf auf die Gesundheit und Leistung wurden in den letzten Jahren untersucht. Die Vorteile von einem frühestmöglichen Zugang zu Futter und Wasser sind wissenschaftlich belegt. Sie haben Auswirkungen auf:

  • Tierwohl

  • Gesundheit

  • Lebensleistung

Frühe Futteraufnahme fördert physiologische und morphologische Veränderungen

Wie genau beeinflusst „early feeding” die Gesundheit und Leistung?

Während in der Natur die Henne den Schlupf der übrigen Küken abwartet, versorgen die Nährstoffe des Dottersacks bereits geschlüpfte Küken. Diese sind für zwei bis drei Tage ausreichend. Die zuletzt geschlüpften Küken eines Geleges sind im Vorteil: Sie beginnen bereits kurz nach dem Schlupf mit der Futteraufnahme. Zusätzlich steht ihnen aber noch der fett- und energiehaltige Dotter zur Verfügung. Beide Energiequellen können somit genutzt werden:

  • Nährstoffe aus der Futteraufnahme können für Wachstumsprozesse verwendet werden. Das proportionale Wachstum des Verdauungstrakts ist im Verhältnis zum Körpergewicht in den ersten zehn Lebenstagen am größten.

  • Die Aktivierung des Immunsystems profitiert von der hohen Energieversorgung.

  • Die Produktion körpereigener Verdauungsenzyme wird durch Nahrungsaufnahme ausgelöst. Es erleichtert den Übergang von einer fetthaltigen (Dotter) zu einer kohlenhydrathaltigen, getreidebasierten Ernährung.

  • Das Wachstum der Darmzotten wird durch eine frühe Futteraufnahme gefördert. Längere Zotten verfügen über eine größere Oberfläche für eine bessere Nährstoffaufnahme.

Abbildung 2: Darmzotten von zwei 21 Tage alten Masttruthühnern. Oben: Kurze Zotten und eine reduzierte Oberfläche nach antibiotischer Behandlung. Unten: Lange Zotten mit vergrößerter Oberfläche nach anfänglicher Probiotikagabe. Ähnliche Effekte werden auch bei Broilern beobachtet.

Welche praktischen Lösungen gibt es für das „early feeding“? Wie kann ein guter Start ins Leben gewährleistet werden?

Lassen Sie uns einige Ansätze genauer betrachten.

Brütereikonzepte…

…zielen darauf ab, den Küken frühestmöglich Futter und Wasser anzubieten. Einige Bruttechnik-Hersteller haben bereits gut durchdachte Produktkonzepte im Sortiment. Diese Systeme haben gemeinsam, dass den Küken Futter und eine Form der Hydrierung zur Verfügung steht, sobald sie sich aus der Eischale gepellt haben. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten und den Anforderungen an Hygiene und Management, sind diese Systeme nicht sofort für jeden Brütereibetreiber gleichwohl geeignet.

Eine sinnvolle Alternative ist hier die Anwendung mit Geltropfen in der Brüterei. Eine Gelanwendung liefert nicht dieselben Nährstoffe wie ein Alleinfutter. Dennoch ist diese Art der Versorgung ideal für das Verabreichen von förderlichen Ergänzungsfuttermitteln. Darunter zählen zum Beispiel Pro-und Prebiotika, Vitamine und andere Mikronährstoffe.

Für die Probiotikaanwendung sind diese Systeme ideal. Sie minimieren die Gefahr, lebende Bakterien in der Brüterei zu verteilen, was bei der herkömmlichen Sprühanwendung schnell passieren kann. Zudem sind sie deutlich hygienischer als ein Probiotikum im Futter, welches bei hohen Temperaturen über mehrere Tage im Schlupfbrüter steht. Weitere Vorteile sind:

  • Gleichmäßige Verteilung des Gels auf alle Küken

  • Schnelle und zuverlässige Aufnahme

Abbildung 3: Anwendung von Geltropfen in der Brüterei.

Mit der Gelanwendung erfolgt die erste und frühe Versorgung der Küken ohne größeren Aufwand bereits in der Brüterei. Schauen wir uns nun an, wie wir mit einem guten Fütterungskonzept daran anschließen können.

“Willkommensfutter” oder hochwertige Prestarter…

…gewinnen mehr und mehr an Bedeutung und sind bestens geeignet, ein normales Starterfutter aufzuwerten. Ein guter Prestarter darf gerne das teuerste Futter sein. Der vergleichsweise geringe Futteraufwand und die zu erwartenden Leistungsverbesserungen wiegen die Kosten schnell wieder auf. „Willkommensfutter“ werden ab Einstallung für die ersten fünf bis sieben Tage gefüttert.

Ein guter Prestarter verfügt über:

  • Schmackhaftigkeit, um eine hohe Futteraufnahme zu fördern

  • Leichte Verdaulichkeit

  • Einen hohen Energiegehalt

  • Die Fähigkeit, das Mikrobiom zu fördern und zu stabilisieren

Einige Additive und funktionale Futtermittel sind ganz besonders gut für einen Prestarter geeignet und sollten auf alle Fälle enthalten sein. Einige Beispiele von erwiesenermaßen förderlichen Additiven sind:

  • Organische Säuren: Sie fördern die Verdaulichkeit und tragen zur Keimreduzierung in Verdauungstrakt und Futter bei.

  • Enzyme: eine gute Ausstattung mit NSP-, stärke- und proteinabbauenden Enzymen erhöht die Verdaulichkeit und Futterverwertung während die körpereigene Enzymproduktion erst hochgefahren wird.

  • Pro- und Prebiotika: „Competitive exclusion” und Stabilisierung des Mikrobioms sind unerlässlich für Darmgesundheit und Leistung.

  • Hydrolysierte Hefeprodukte: Halten mehrere Vorteile für Schmackhaftigkeit und Nährstoffzusammensetzung bereit.

Besonders letztere haben sich für eine Verbesserung von Futteraufnahme, Futterverwertung und Tageszunahmen bewährt. Hydrolysierte Hefen stellen Nukleotide und leicht verdauliche Aminosäuren zur Verfügung, die von schnellwachsendem Gewebe wie der Darmschleimhaut genutzt werden. Die Entwicklung des Verdauungstraktes wird gefördert.

Pro- und Prebiotika sind für uns die wichtigsten Additive für einen effektiven Prestarter. Die Anwendung von Probiotika via Tränkewasser als “Begrüßungsdrink” ist ebenfalls angezeigt. Der Verdauungstrakt ist zum Schlupfzeitpunkt nahezu steril, ein stabiles Mikrobiom muss sich in den ersten Wochen erst entwickeln. In dieser empfindlichen Phase wird durch die Wahl eines geeigneten Probiotikums die Darmgesundheit durch verschiedene Wirkmechanismen gefördert:

  • Kolonisierung des Darms mit förderlichen Bakterien

  • Unterstützung der Milchsäurebakterienpopulation

  • Mögliche Unterdrückung von Schadkeimen

  • Verbesserung der Verdaulichkeit durch Enzymproduktion

  • Positive Auswirkungen auf Darmmorphologie und Immunabwehr

Ein ganzheitliches Konzept zur Unterstützung von Mikrobiom und Darmgesundheit stützt sich auf zwei Arten von Probiotika:

  • Milchsäurebakterien: Sie werden frühestmöglich in der Brüterei und über das Tränkewasser gegeben und sorgen für eine schnelle Erstbesiedlung des Darms.

  • Bacillus-basierte Probiotika: Sie setzen die Entwicklung des Mikrobioms fort und sind pelletierstabil.

Die Qualität des ersten Futters ist für die Lebensleistung entscheidend. Eine optimale Darmgesundheit fördert das Tierwohl.

Wie unterstützen Sie ihre Küken dabei am besten?

  • Kombinieren Sie Brütereikonzepte mit einem „Willkommensfutter“

  • Frühestmöglicher Einsatz von Probiotika für „competitive exclusion“ und Stabilisierung des Mikrobioms.

  • Investieren Sie in qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe für ein Prestarter-Futter.

  • Verwenden Sie hoch verdauliche, schmackhafte Zutaten mit einem ausgeglichenen Aminosäurenprofil.

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